Technik/Werken
Handlungsbereich 1: Arbeiten und Produzieren (Technik und Technisches Handeln)
Handlungsbereich 2: Energie und Technik (Technische Systeme des Energieumsatzes)
Handlungsbereich 3: Information und Kommunikation (Technische Systeme des Informationsumsatzes)
Handlungsbereich 4: Natur und Technik
Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung
Kompetenzbereich Beurteilung/Bewertung

1 Bildungsbeitrag des Faches Technik
Technik prägt unsere Gesellschaft in allen Bereichen und bildet heute einen bedeutenden Teil unserer
kulturellen Identität. Das Wechselspiel zwischen technischer Anwendung und naturwissenschaftlicher
Erkenntnis bewirkt einerseits Fortschritte auf vielen Gebieten, andererseits bergen die technisch-
naturwissenschaftlichen Entwicklungen auch Risiken und Gefahren, die erkannt, bewertet und beherrscht werden müssen. Die Erfindung, Konstruktion und Anwendung technischer Mittel geschah und
geschieht in gesellschaftlichen Zusammenhängen und ist von sozialen, politischen, ökonomischen,
ökologischen oder ethischen Notwendigkeiten bzw. Einschränkungen abhängig.
Technik wird mit dem menschlichen Intellekt stetig entwickelt, der Technikunterricht beinhaltet aber
nicht nur die sachliche Dimension. Der Technikunterricht vermittelt den Schülerinnen und Schülern
Erkenntnisse über Hilfsmittel zur Gestaltung und Umgestaltung der gegebenen Lebenswelt und bietet
Raum zur Übung und Anwendung der entsprechenden Mittel.
Auf der Sachebene befähigt das Fach dazu, technische Objekte zu entwickeln und herzustellen, in
Betrieb zu nehmen und zu bedienen, Veränderungen und Entwicklungen zu bewerten, Probleme innovativ zu lösen und die Teamarbeit als Chance zu begreifen sowie durch vielfältige Anregungen kreative Lösungen zu finden.
Auf der Basis des Fachwissens erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ethische Maßstäbe zu entwickeln. Gleichzeitig fördert der technische Unterricht auch die ästhetische und emotionale
Beziehung der Schülerinnen und Schüler zur technischen Umwelt und befähigt sie, selbstständig
Sachverhalte zu erschließen, sich zu orientieren und verantwortlich in überdauernden und globalen
Zusammenhängen zu handeln. Hier werden fächerübergreifende und langfristige Lernprozesse eingeleitet.
Gemeinsam mit anderen Fächern trägt das Fach Technik zur Gestaltungskompetenz im Sinne der
nachhaltigen Entwicklung bei. Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über
nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Dazu ziehen Schülerinnen und Schüler aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen und Wissen um deren wechselseitige Abhängigkeiten. Sie verstehen und treffen darauf basierende Entscheidungen und können
sie individuell und gemeinschaftlich sowie auch politisch umsetzen.
Im Fach Technik eröffnen sich Schülerinnen und Schülern im Umgang mit Medien erweiterte Möglichkeiten der Wahrnehmung, des Verstehens und Gestaltens. Für den handelnden Wissenserwerb sind
Medien daher ein selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts. Sie unterstützen die individuelle
und aktive Wissensaneignung und fördern selbstgesteuertes, kooperatives und kreatives Lernen. Medien dienen Schülerinnen und Schülern dazu, sich Informationen zu beschaffen, sie zu interpretieren und kritisch zu bewerten. Sie sind ein Hilfsinstrument, um Aufgaben und Problemstellungen selbst-
ständig und lösungsorientiert zu bearbeiten.
Das Fach Technik leistet wie auch andere Fächer einen Beitrag zur beruflichen Orientierung der
Schülerinnen und Schüler. Die Berufsorientierung ist eine Querschnittsaufgabe der ganzen Schule, zu
deren Lösung alle Unterrichtsfächer beitragen müssen. Diese Aufgabe erfordert Absprachen über
Verantwortlichkeiten und über Inhalte und deren fachbezogene Zuordnungen. Die o. a. Beiträge des
Faches Technik sind in einem schuleigenen Arbeitsplan zur Berufsorientierung festzuhalten. Dieser
Arbeitsplan ist im Sinne des Bildungsbeitrags der betroffenen Fächer und des Anliegens der Berufsorientierung regelmäßig zu evaluieren.
1 Originalformulierung aus dem Kerncurriculum
Das Fach gestaltendes Werken:
Unterricht und Lernprozesse im Fach Gestaltendes Werken basieren auf der Vernetzung der Kompetenzbereiche „Fachwissen“, „Erkenntnis durch Gestalten“ sowie „Beurteilung“.
(...) Einerseits gewinnen die Schülerinnen und
Schüler im Gestaltungsprozess neue Erkenntnisse und Einsichten über die Zusammenhänge von Werkstoffen, Werkzeugen, Werkverfahren sowie Werkgestaltung und andererseits wenden sie das erlernte Wissen unter Verwendung von Beurteilungskriterien reflektiert an. Dabei ist die kompetente
Nutzung der Fach- und Symbolsprache von grundlegender Bedeutung. Im Einzelnen können die zu erwerbenden Kompetenzen wie folgt zusammenfassend beschrieben werden:
Fach- und Symbolsprache verstehen und anwenden
Die Schülerinnen und Schüler wenden bei der Auseinandersetzung mit verschiedenen Werkstoffen, Werkzeugen und Werkverfahren - ausgehend von Alltagsbezeichnungen - zunehmend differenzierter eine Fachsprache an, die sie befähigt, sich über Fachinhalte sicher auszutauschen. (...)
So erweitern die Schülerinnen und Schüler ihren fachspezifischen Wortschatz, um am kulturellen Austausch über Geschichte, Architektur, Kunst, Kultur, Natur, Design etc. teilzuhaben.
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der symbolischen Funktion der Dinge auseinander und erkennen psychologische, gesellschaftliche und marktwirtschaftliche Bedeutungen und Wertigkeiten.
Wahrnehmen
(...)Je sensibler die Sensorik ausgebildet ist, desto zielgerichteter und sicherer verläuft der Gestaltungsprozess.
Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst Werkstoffe in ihrer spezifischen Beschaffenheit (visuell-haptisch) wahrzunehmen. Die Wahrnehmung wird geschult, sodass im Lebensumfeld Gestaltungselemente wiedererkannt werden. Das Erkennen von Gestaltungsprinzipien ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Umsetzung. Das betrifft sowohl funktionale Elemente als auch künstlerische Formsprache.
Erkenntnisse gewinnen
Das Fach Gestaltendes Werken hat die fachgerechte Verwendung unterschiedlicher Werkstoffe, Werkzeuge und Werkverfahren zum Ziel. Beim Erlernen
und Einüben von Werkverfahren werden die
Auge-Hand-Koordination und das Körpergefühl sensibilisiert und handwerkliche Bewegungsabläufe rhythmisiert. Phasenmodelle und Lernplakate unterstützen diesen Prozess. Strukturierte, Erkenntnis fördernde Verfahren erweitern die gestalterische Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Die Anwendung von Gestaltungsprinzipien führt zu vertieftem Wissen und erweitertem Können. Bestimmte Werkverfahren bedürfen
einer ausdauernden Übung, um sie zu beherrschen. Dies fördert den Respekt gegenüber der Leistung anderer und führt zu einer Wertschätzung
handgefertigter Produkte. Wissen aus anderen Fächern bietet sich an berücksichtigt zu werden und in die Gestaltungsprozesse einzufließen.
Lernstrategien entwickeln
Um Handlungskompetenz auszubilden, ist der Einsatz von Lernstrategien erforderlich. Ausgehend von offenen Aufgabenstellungen erfolgt die Ideenfindung
mithilfe von Handskizzen und schnell gefertigten Modellen. Durch die Begegnung mit vielfältigen Werkstoffen gewonnene Erfahrungen und Erkenntnisse fließen in den Werkprozess ein, der oftmals nicht linear verläuft. Versuch und Irrtum sind für die
Gewinnung von Erkenntnissen und kreativen Unterrichtsergebnissen förderlich, wenn ein finales Scheitern ausgeschlossen ist. Der Austausch in Gruppen wirkt sich konstruktiv auf die gestalterische Umsetzung aus.
Werten und Präsentieren
Von zentraler Bedeutung ist die Transparenz der Gestaltungs- und Beurteilungskriterien, die zu Beginn der jeweiligen Unterrichtsthemen erarbeitet werden. Diese begleiten den Gestaltungsprozess und werden in den Reflexionsphasen aufgegriffen. Die Werkstücke erfahren dabei eine Würdigung. Kriterienorientierte Verbesserungsvorschläge können sachlich angenommen und in der weiteren Gestaltung umgesetzt werden.
Bei den Schülerinnen und Schülern werden Offenheit
und Toleranz gegenüber Werkstücken und Lösungswegen anderer sowie gegenüber Produkten und Objekten aus Lebenswelt, Kunst und Kultur
entwickelt.
(…)
Im inhaltsbezogenen Kompetenzbereich „Fachwissen“ wird aufgezeigt, über welche grundlegenden Fertigkeiten und Fähigkeiten die Schülerinnen und Schüler verfügen sollen.
-Wissen über Werkstoffe: Die Schülerinnen und Schüler kennen Eigenschaften von Werkstoffen. Sie können Werkstoffe unterscheiden sowie ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewusst und fachgerecht verwenden.
-Wissen über Werkzeuge: Die Schülerinnen und Schüler kennen Eigenschaften von Werkzeugen. Sie wissen verschiedene Werkzeuge zu unterscheiden, zu benennen und sachgerecht auszuwählen.
-Wissen über Werkverfahren: Die Schülerinnen und Schüler kennen verschiedene Werkverfahren. Sie können Werkverfahren werkstoffbezogen und fachgerecht ausführen.
-Wissen über Werkgestaltung : Die Schülerinnen und Schüler erproben Werkverfahren
und Gestaltungsprinzipien kreativ. Sie setzen ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zielorientiert unter Berücksichtigung ästhetischer und funktionaler Kriterien um.
Themenfeld Grundlagenbereich 5/6:



